Gebrauchs–Anweisung

zur

Universal–Elastic–Nähmaschine


mit ringsherum drehbarem Transporteur

 

Anerkannt beste Nähmaschine
für
 
Schuhmacher


Das Aufstellen der Maschine.

Beim Versenden der Maschine wird das Obertheil derselben in einer Kiste, das Gestell in einem Latten-Verschlag verpackt, Nachdem dieser Holzverschlag entfernt ist, möge man das Obertheil auspacken


Fig. 1

und mit den Schrauben, mit welcher es auf dem Boden der Kiste befestigt war, auf den Tisch aufschrauben; die Löcher dazu sind in der Tischplatte vorhanden. Den Spulapparat befestige man an der rechten Seite des Tisches, wie aus obiger Figur ersichtlich.

Das Reinigen und Oelen der Maschine.

Vor Benutzung der Maschine ist es nöthig, den Transportstaub sorgfältig abzuwischen, alle reibenden. Theile derselben


Fig. 2

gründlich zu ölen, weil andernfalls die Maschine schwer gehen würde. Zu diesem Zweck drehe man die Radscheibe (Curven- oder Exenter-Scheibe) von links nach rechts, bis dass die Nadelstange den höchsten Punkt erreicht hat, löse mit dem Schraubenzieher die Nadelschraube (wie Fig, 4 zeigt) und ziehe die Nadel vorsichtig heraus, hebe den Nähfuss oder Stoffdrücker mittelst des Ausrückers Nr. 8 Fig. 5 und 6 in die Höhe, schiebe den Deckel A Fig. 3 des Schiffchenbehälters oder Cylinderkopfes auf und nehme mittelst des Schraubenziehers das in demselben befindliche Schiffchen vorsichtig heraus. Wo sich etwa Schmutz befindet, besonders in den Curvengängen auf der Rückseite der Radscheibe (Curvenscheibe) sowie an der Nadelstange, muss derselbe sorgfältig abgewischt werden; sodann träufle man an sämmtlichen Schmierstellen des Obertheils und Gestelles – also überall da, wo sich aufeinander reibende, gleitende oder in einem Gelenk bewegliche Theile befinden – wenige Tropfen Petroleum, damit sich das etwa harzig gewordene Oel auflöse, setze dann die Maschine einige Male in Bewegung und versehe dann sämmtliche Schmierlöcher und Reibungsstellen mit gutem reinem Oel; bei regelmässigem anhaltenden Gebrauch muss die Maschine täglich wenigstens 2 Mal eingeölt werden.
 
Besonders achte man darauf, dass der innere Mechanismus des Schiffchenkastens stets genügend geölt sei.


Fig. 3

Das Treten.

Vor dem Nähen übe man das Treten so, dass man gleichmässig mit beiden Füssen die Maschine bewegen kann. Hierbei drehe man anfänglich mit der rechten Hand die Kurbel der Radscheibe von links nach rechts und bewege abwechselnd Fussspitzen und Fersen in gleichmässigem Druck, bis man einen gleichmässigen und angemessenen schnellen Gang erzeugen kann.

Einsetzen der Nadel.

Durch Umdrehen der Curvenscheibe bringt man die Nadelstange in Bewegung, bis das Zeichen am oberen Ende derselben mit der oberen Fläche des Maschinenkopfes auf gleicher Höhe steht. Nun setzt man die Nadel so ein, dass das Nadelöhr mit der Oberfläche des


Fig. 4

Schiffehenkastens gleich hoch steht und beachtet dabei, dass die kurze Einfraisung in der Nadel der Curvenscheibe zugewandt sein muss, und dass die Nadel so stehen muss, dass der über die Oberfläche des Schiffchenkastens laufende Strich (C Fig. 3) genau in derselben Richtung wie das Nadelöhr läuft.
 
Endlich ist noch darauf zu achten, dass die Nadel in ihrer ganzen Länge genau in der Mitte des Stichloches niedergeht; wenn dies nicht der Fall ist, dann biege man sie nach der betreffenden Seite, indem man sie von oben nach unten vorsichtig wiederholt streicht. Eine krumme oder schiefstehende Nadel würde eine schräge und unegale Naht erzeugen. Die richtige Stellung der Nadel ist von grösster Wichtigkeit; sie muss so stehen, dass das Schiffehen, ohne sie zu berühren, daran vorbeigeht, und die Schleife des Fadens muss sich so ausbauchen, dass das Schiffchen leicht hindurch gehen kann. Ferner muss noch besonders darauf Acht gegeben werden, dass die Nadel zur Stärke des Zwirns passt und das Auge dafür weder zu gross noch zu klein ist.
 
Für Arbeiten in Leder sind Nadeln mit flacher Spitze, für Arbeiten in Geweben solche mit runder Spitze zu gebrauchen.
 
Den Maschinen werden 2 Stichplatten beigegeben: eine mit einem grossen Loch für starke Nadeln und eine andere mit engen für feine; man möge nicht versäumen, dieselben je nach den Nadeln umzuwechseln.

Der obere oder Nadel–Faden.

Nachdem die Rolle oder Spule auf den Stift gesteckt ist so dass dieselbe sich vollkommen frei und ungehindert dreht, zieht man den Faden auf folgendem Wege zur Nadel;
 
a. Scheibenspannung.
Zuerst legt man den Faden unter den Stift 1 (Fig. 5) und zwischen die Klemmerscheiben 2, und wickelt ihn dann bei dickem Garn einmal, bei dünnem Garn zweimal um die Spannungsscheiben 3, sodass er in die "V" gestaltete Vertiefung zu liegen kommt. Hierauf legt man den Faden zwischen die Klemmscheiben 4; am Kopf, führt ihn durch die Oese des Fadenhebels 5. Nun nimmt man den Einfädeldraht, welcher


Fig. 5

jeder Maschine beigegeben wird, klemmt das Ende des Fadens in. den Schlitz desselben und bringt, indem man den Draht von oben durch die hohle Nadelstange 6 führt, den Faden durch die Nadelstange zur Nadel, Hierauf zieht man ihn durch das Nadelöhr 7 in der Richtung auf die Curvenscheibe.
 
b. Walzenspannung.
Man lege den Faden um den Stift 1 (Fig. 6.) und zwischen die beiden Klemmscheiben, dann hinter den Knopf 2 und hierauf durch das Loch der Scheibe 3. Hierauf legt man den Faden zwischen die


Fig. 6

Klemmscheiben 4 am Kopf, führt ihn durch die Oese des Fadenhebels 5. Nun nimmt man den Einfädeldraht, welcher jeder Maschine beigegeben wird, klemmt das Ende des Fadens in den Schlitz desselben und bringt, indem man den Draht von oben durch die hohle Nadelstange 6 führt, den Faden durch die Nadelstange zur Nadel. Hierauf zicht man ihn durch das Nadelöhr 7 in der Richtung auf die Curvenscheibe.

Das Schiffchen.

Um das Schiffchen aus dem Cylinderkopf herauszunehmen, muss man die Curvenscheibe so weit herumdrehen, dass die Nadel auf dem höchsten Punkt steht, dann hebt man den kleinen Hebel, welcher über dem Schiffchen liegt, mittelst eines spitzen Instruments ein wenig in die Höhe, dreht ihn herum und kann nun mit dem Schraubenzieher das Schiffchen herausheben.


Fig. 7

Die Spule lässt sich aus dem Schiffchen herausnehmen, wenn man mittelst eines spitzen Instruments den kleinen Hebel a (Fig. 7) ein wenig aufhebt und herumdreht.

Der untere oder Schiffchen–Faden.

Ehe man die Spule in das Schiffchen legt, ist der Faden von innen nach aussen durch das Loch c zu ziehen. Nachdem dann die Spule eingesetzt ist, wird der Faden auch durch das Loch b gezogen, so dass derselbe unter der Spannungsfeder d hinweggeht. Durch geringes Rechts- oder Linksdrehen der kleinen Schraube e lässt sich dann die Spannung fester oder loser machen.

Das Nähen.

Nachdem man das Schiffchen wieder in den Schiffchenkasten eingesetzt, drehe man die Curvenscheibe einmal herum, halte den oberen Faden 'etwas lose an und ziehe den Schiffchenfaden mittelst des oberen Fadens durch das Stichloch nach oben. Beide Fäden werden dann nach rückwärts gelegt und der Stoff unter den Stoffdrücker gebracht. Nun ist die Maschine zur Arbeit fertig. Nach den ersten Stichen überzeuge man sich, ob die Spannung der beiden Fäden zusammen harmoniren, d.h. dio Fäden sich inmitten des Stoffes verschlingen (wie Fig. 8) – also auf beiden Seiten einen vollkommenen Steppstich zeigen; (man muss auf der oberen Seite nichts vom unteren und auf der unteren nichts vom oberen Faden sehen können); ist der untere Faden zu stark nach oben gezogen, so dass derselbe oben aufliegt, wie bei Fig. 9, dann ist die obere Spannung zu stark, oder die Schiffchenspannung zu schwach; ist hingegen letztere fester als erstere, so wird der Faden unten lose aufliegen wie Fig. 10.


Fig. 8 (links), 9 (mitte)) und 10 (rechts)

Die, Spannung des Nadelfadens wird:
a) bei Scheibenspannung Fig. 5 durch Knopfschraube 3 Fig. 5 bewirkt, die sich auf der Axe des Spannungsblockes vor der Spannungsscheibe befindet. Soll die Spannung des oberen Fadens (Nadelfadens) vermehrt werden, so drehe man diese Schraube nach rechts d. h. auf den Stift; soll sie gelockert werden, nach links d. h. von dem Stift.
b) bei Walzenspannung Fig. 6 dadurch bewirkt, dass man die Scheibe 3, je nach dem man eine starke oder schwache Spannung wünscht, mehr oder weniger dreht.


Fig. 11

Die Länge der Stiche zu reguliren.

Die Länge oder Kürze des Stiches, wird dadurch erzielt dass man die Stichstellerschraube 10 Fig, 11 nach links, soll er kleiner werden, nach rechts dreht. Fig. 11 veranschaulicht deutlich die Handhabung des Stichstellers.
Mittelst des Hebels 9 (Fig. 5 u. 6) lässt sich das Transporteurfüsschen in jede beliebige Richtung bringen, sodass man in hohle Gegenstände hinein- und herausnähen kann. An demselben Hebel wird auch das beigegebene Lineal befestigt.
Für fast alle vorkommenden Leder- und Stoff-Arbeiten ist ausser an den angeführten Stellen (obere Spannung, untere Spannung und Stichstellung) nichts an der Maschine zu ändern, insbesondere hüte man sich, irgend welche anderen Schrauben fester oder loser zu schrauben, da man sonst sicher den ruhigen Gang der Maschine beeinträchtigen würde
Nur wenn man sehr dicke, mehr als 8–10 Millimeter hohe Stoffe zu nähen hat, muss das Füsschen etwas höher heben, was durch in geringes Rechtsdrehen der Schraube 13 (Fig. 11) bewirkt wird.
Wenn man sehr dickes und hartes Leder zu nähen. hat so ist ausserdem durch geringes Rechtsdrehen der Schraube 12 (Fig. 11) der Druck des Füsschens zu vergrössern, sowie der Anzug des Fadenhebels 5 (Fig. 5 u. 6) zu verstärken, indem man die denselben haltende Feder stärker anspannt.
Diese Veränderungen sind indessen, wie schon bemerkt, nur in Ausnahmefällen nöthig, und ist die Maschine, sobald wieder gewöhnliche Arbeit genäht werden soll, wieder in den richtigen Stand zu bringen.

Der Transporteur.

Im Fall sich beim Nähen ungleiche Stiche zeigen sollten, liegt die Schuld am Transporteur und kann man annehmen, dass der Mechanismus im Innern des Kopfes nicht gut geölt ist. Sollte der Transporteur gar nicht arbeiten, so könnte die im Kopfe befindliche Feder zerbrochen sein, die alsdann durch eine neue ersetzt werden müsste.

Wichtige Hinweise.

Die Maschine arbeitet unregelmässig:
a) wenn der Schiffchenfaden schlecht gewickelt ist;
b) in Folge von ungleichem, baumwollenem, leinenem Zwirn oder Seide (mit Kusten);
c) wenn die Metallspule schmutzig oder nicht geölt ist.
Verschiedene lange Stiche entstehen:
a) durch das Ziehen oder Schieben des Zeuges während des Nähens;
b) wenn die Zähne des Bewegers nicht scharf genug sind.
Das Verfehlen der Stiche oder zu lange Stiche werden verursacht:
a) sobald die Nadel zu hoch, oder
b) sobald die Nadel zu niedrig eingesetzt ist;
c) durch Verwendung von hartem geglättetem Zwirn oder zu fest gedrehter Seide;
d) wenn die Nadel nicht parallel mit dem Schiffchenbehälter steht.
Der Faden wird reissen:
a) wenn das Nadelöhr scharf ist, Dem wird abgeholfen, indem man ein wenig Schmirgelmehl auf den Faden giebt und die Maschine langsam bewegt;
b) wenn die Nadel nicht richtig eingesetzt gewöhnlich wenn sie viel zu hoch ist;
c) wenn die Nadel verbogen ist und die Seiten des Loches, durch welches sie läuft, berührt oder ihnen zu nahe kommt;
d) wenn die Nadel oder das Oehr derselben für den Faden zu klein ist;
e) sobald der Faden zu viel Spannung hat;
f) durch Kusten oder Unebenheiten im Faden, der alsdann nicht ungehindert das Nadelöhr passiren kann.
Es bilden sich Oeffnungen (Luppen) an der Oberfläche des Stoffes:
a) wenn der Faden üneben und für die Nadel zn stark ist:
b) wenn die Fadenhebelfeder zu schwach ist.

Bevor man die Arbeit von der Maschine wegnimmt, zieht man etwas Faden von der Spule ab; dies verhindert das Brechen der Nadel. Die Maschine darf nicht geschwind arbeiten, so lange der Deckel des Schiffchenkastens offen ist.

Die Maschinen werden auf das Genaueste untersucht und sorgfältig zur Arbeit vorgerichtet, ehe sie die Fabrik verlassen, und jeder Versuch, sie zu ändern, daran zu feilen oder zu stellen, verdirbt nur ihre gehörige Wirksamkeit.
 


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